Über mich

Geboren am 20. Februar 1968 in der schönen Stadt Stade in Niedersachsen, unweit von Hamburg entfernt, zog ich bedingt durch den Berufswechsel meines Vaters, im Alter von 4 Jahren an den Niederrhein. Schon vor der Einschulung hatte ich ein Faible fürs "Rechnen" und so blieb es natürlich nicht aus, dass ich mit 14 Jahren großes Interesse an Computern hatte. Also kaufte ich mir von meinem sauer ersparten Taschengeld 1982 einen Sinclair Spektrum ZX81. Bald darauf folgte ein Commodore VC20, auf dem ich bereits Routinen aus dem Handbuch abschrieb, um sie anschließend zu optimieren.

Episode I

Mit dem Nachfolger C64 kam für mich der Durchbruch zur "echten" Entwicklung aber bereits damals galt das Motto "Nichts ist so alt wie der Computer von gestern" und deshalb löste den C64 der AMIGA 500 ab. Auf diesem Rechner mit 4 (!) Diskettenlaufwerken entwickelte ich in Tag- & Nachtarbeit TS-Mailbox und TS-Terminal. Den Gewerbeschein bereits in der Tasche vermarktete ich das Programm knappe 1 1/2 Jahre. Zum Preis von 98,- und 29,- Mark hatte ich einen Absatz der zum Leben gerade so ausreichte.

Lange bevor jemand die Vorteile der Shareware erkannte, stellte ich bereits Testversionen über Mailboxen zur Verfügung und sorgte so für eine Verteilung des Programms ohne auf Marketing und hohe Werbekosten zurück greifen zu müssen.

Episode II

1988 kaufte ich meinen ersten PC. Einen Schneider 1640 mit 5 1/4 Laufwerk und einer 10 MB großen Festplatte von IBM mit voller Bauhöhe. Zur Erklärung, volle Bauhöhe bedeutete damals, so groß wie 2 * 5 1/4 Laufwerke übereinander. Dafür war sie recht günstig, ich hatte sie zum Preis von nur 400 Mark erworben. Artikelzustand: Gebraucht.  Auch hier war ich dem Kommunikationswahn treu geblieben und programmierte PC-Box. Da der Code mir irgendwann selbst nicht mehr zusagte, programmierte ich noch einmal von Anfang an und nannte das fertige Produkt "QuickMail". QuickMail war mehr als nur eine Mailbox die von Usern besucht und durchstöbert werden konnte. Fast alle QuickMail "Sysops" vernetzen sich mit diesem Programm zu einem Verbund (PC-Net) bei dem Nachts Daten und Informationen ausgetauscht wurden und somit Dialoge bis über die Landesgrenzen hinaus geführt wurden. 1990 lernte ich Michael Gandke (Gandke & Schubert) über meine Mailbox kennen. Da er nicht sonderlich zufrieden mit seinem damaligen Mailbox-System war, stieg er auf mein Programm mit seiner Box Share um. Ein Jahr später 1991 bewarb ich mich bei seinem Unternehmen als Softwareentwickler und wurde nach kurzer Begutachtung in Mönchengladbach zum 01.September 1991 eingestellt. Das Programm brachte ich in die Firma mit ein und entwickelte es stetig neben meiner Tätigkeit als Supporter und Verkäufer in Personalunion weiter.

Episode III

Da die hausinterne Programmiersprache nicht Turbo-Basic war und die Kapazitäten, die eine Mailbox verarbeiten musste, kontinuierlich stiegen, entschieden wir uns, GS-Mailbox zu entwickeln. Ich programmierte also wieder mal eine Mailbox und diesmal in der Programmiersprache Clipper. Was hatte ich mir damals für Lacher ins Haus geholt, weil die vielen Experten da draußen der Meinung waren, niemand entwickelt eine Mailbox mit Clipper. Dabei war das ein sehr guter Schachzug, denn Clipper mit der dahinter liegenden Datenbank dBase konnte große Datenmengen verarbeiten und überzeugte durch sehr schnelle Zugriffszeiten. Mit der Zeit bauten wir für die damalige Zeit sehr interessante Module ein, die andere Anbieter nicht zur Verfügung stellten. Als Beispiel sei hier das integrierte Bestellsystem genannt.

Episode IV

Ende 1991 entwickelte die Chefetage die nächste Generation der DOS Produkte. Ich "durfte" die 1.xx DOS Produkte weiterpflegen und hatte somit 3 Programme in meine pflegenden Hände aufgenommen. Aber ein junger ambitionierter Entwickler kommt damit so gut klar, dass ich damals (mein Gewerbe hatte ich ja noch), nebenbei Kunden besuchte und vor Ort Netzwerke von Novell installierte und GS-Auftrag 1.xx für diese Kunden individuell anpasste. Ende 1992 erschienen die Programme der 2.xx Reihe, fanden aber in den ersten Monaten aufgrund des Speicherhungers unter dem eingeschränkten Betriebsystem, keinen großen Anklang bei den Kunden, was wiederum den Lebenszyklus der 1er Versionen verlängerte. Gott sei Dank wurde dieses Problem dank eines Extenders umgangen, in dem man den Speicher des Protected Mode nutzte.

Episode V

Ein großer Sprung in die Zukunft. Nachdem die Chefetage viel Zeit in die Forschung nach einer geeigneten Entwicklungsumgebungen für Windows investierte, schlug ich Delphi 1.x 16 Bit vor. Dies sollte unsere neue Programmiersprache werden und da ich aus der Turbo Basic und Turbo Pascal Welt kam, fiel mir der Umstieg von Clipper nicht sonderlich schwer. Alle Produkte wurden in einer Windows Version entwickelt und 1996 erstmals veröffentlicht. Raten Sie mal was ich programmierte. Natürlich, mal wieder eine Mailbox. Diesmal alles schön bunt und nicht mit einer Datenbank von der Stange. Die Fehlerliste der von Delphi unterstützen Tabellen im Paradox Format erschreckte mich derart, dass ich darauf verzichtete und statt dessen die im FIDO-Net etablierten Datenbanken MSG-Base und Jam-Base anhand von Dokumentationen nachprogrammierte. Selbstredend, dass ich im Zuge dessen auch eine Anbindung an das Weltweit vertretene Mailbox-Netzwerk FIDO implementierte. Dies brachte zusätzliche Verkaufszahlen und mir die Erkenntnis,  dass nicht nur bei Betriebssystemen und Computern ein heiliger Krieg der Anwender stattfindet, sondern auch bei Mailbox-Programmen. Viel Gelächter und Geläster gab es über mein Programm (googlen Sie doch mal GS-MAILBOX) und wenn ich die Zeit Revue passieren lasse, fällt mir nur eins ein, Neid. GS-Mailbox für Windows war das mit Abstand leistungsfähigste Programm. Mit 4 Netzwerken deckte es alle gängigen Protokolle ab. Ein integriertes Bestellsystem besaß kein anderes Programm, 3 Oberflächen für den Anwender inkl. HTML-Terminal, Tools wie z.B. ANSI Editoren gehörten zum Lieferumfang. Eine derart einfache Installation, dass selbst ein Einsteiger in diese Szene nur wenige Minuten bis zum Start brauchte. Integrierte Fax-Funktionen. Bis zu 8 Ports auf nur einem Rechner u.v.m. All das machte GS-Mailbox für Windows mit mehreren 1000 verkauften Stückzahlen zum meist verkauften Mailbox-Programm in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge musste ich zur Kenntnis nehmen, dass durch das Internet die Zeit der Mailboxen abgelaufen war. Wir stellten die Weiterentwicklung ein und ich übernahm Ende 1998 die alleinige Weiterentwicklung von GS-Auftrag 1.xx für Windows. Bereits ein Jahr später hatte ich zur CeBit eine fast marktreife Portierung auf Delphi 3 32 Bit hinter mich gebracht. Zur CeBit 2002 stellten wir dann den nächsten großen Coup vor. GS-Auftrag unterstützte nun MS-SQL und MySQL war also eine Client/Server Anwendung und besaß zu Demonstrationszwecken ein integriertes Customizing-Tool, dass es Anwendern ermöglichen sollte, das Programm den eigenen Bedürfnissen selbst anzupassen.  Dabei konnten nicht nur lapidar die Formulare verändert werden, sondern es waren tatsächlich neue Fenster, Parametrisierung und sogar Codeeingriffe in den Sprachen Pascal, C++, Java, C#, Basic, und Phyton möglich.  So hatte man die Braut für einen Mitbewerber geschmückt und am 01.April 2002 wurde uns die frohe Kunde zuteil, dass die Unternehmeranteile der Gandke & Schubert GmbH & Co. KG an die SAGE KHK GmbH abgetreten wurden.

Episode VI

Ich behielt meinen Stuhl als Entwickler für GS-Auftrag bei dem neuen Unternehmen mit neuen Strukturen und neuen Prozessen. [...] Am 30. September 2009 hatte ich meinen letzten Arbeitstag für diesen Konzern.

Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen sogar Zwerge einen langen Schatten.
                                                                                                                                 Karl Kraus

 
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Thomas Schuldt
Plattenstr. 69
41189 Mönchengladbach

Letzte Aktualisierung: 07. September 2010